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EVP lanciert Charta als Leitsätze für den Religionsfrieden

Die EVP Schweiz hat heute zum inter­na­tio­na­len UNO-Gedenktag für die Opfer reli­giö­ser Gewalt in Bern eine Charta der Reli­gions­ge­mein­schaf­ten vor­ges­tellt. Sie gibt damit eine reli­gions­po­li­tische Ant­wort auf die zuneh­mende Reli­gions­viel­falt in der Schweiz und ihre Heraus­for­de­run­gen. Mit der Charta stellt die EVP kon­krete Leitsätze für ein fried­liches Zusam­men­le­ben der Reli­gions­ge­mein­schaf­ten in der Schweiz zur Dis­kus­sion.

Der Ein­fluss der Lan­des­kir­chen schwin­det, manche Frei­kir­chen erle­ben dage­gen deut­liches Wachs­tum. Glei­ch­zei­tig nimmt migra­tions­be­dingt die Anzahl nicht-christlicher Reli­gions­ge­mein­schaf­ten in der Schweiz zu. Dies führt zu Verun­si­che­rung, Skep­sis und Äng­sten in der Bevöl­ke­rung. «Damit in einer plu­ra­lis­ti­schen Gesell­schaft ein Dia­log auf Augenhöhe und ein fried­liches Neben- und Mitei­nan­der möglich ist, braucht es Leit­li­nien für das Zusam­men­le­ben unter­schied­li­cher reli­giö­ser Grup­pen», begrün­det EVP-Parteipräsidentin Marianne Streiff die Ent­wi­ck­lung der Charta.

Werte-Bekenntnis schafft Akzep­tanz

«Die Charta kann für Reli­gions­ge­mein­schaf­ten eine Mögli­ch­keit sein, sich öffent­lich zu den Wer­ten unse­rer Gesell­schaft und zu unse­rem Rechts­sys­tem zu beken­nen und damit Akzep­tanz und Ver­trauen zu schaf­fen», ist laut Marianne Streiff eine wich­tige Inten­tion der Charta der Reli­gions­ge­mein­schaf­ten. Mit ihrer Unter­schrift könn­ten Reli­gions­ge­mein­schaf­ten somit ihre aktive Bereit­schaft zur gesell­schaft­li­chen Inte­gra­tion bezeu­gen. Glei­ch­zei­tig kann die Charta aber eben auch dazu bei­tra­gen, dieje­ni­gen sicht­bar wer­den zu las­sen, «die sich eben nicht in unsere Gesell­schaft inte­grie­ren möch­ten, weil ihre Wel­tan­schauun­gen nicht mit unse­ren Grund­sät­zen des Zusam­men­le­bens verein­bar sind», ergänzt Lan­drä­tin Andrea Heger, Basel­land, aus kan­to­na­ler Sicht.

Prä­ven­tion, Pro­fes­sio­na­lität und Trans­pa­renz

Aus­gang­spunkt der Charta ist die Men­schenwürde. Sie legt den Fokus auf die Rechte und Pflich­ten, die mit der Reli­gions­frei­heit ver­bun­den sind. «Alle Rechte gehen ein­her mit der Pflicht, sie auch für andere zu akzep­tie­ren. So ent­fal­tet die Charta auch prä­ven­tive Wir­kung, in dem sich die Reli­gions­ge­mein­schaf­ten verp­flich­ten, sich gegen Has­sau­frufe zu stel­len oder Dia­log als Kon­fliktlö­sung­san­satz zu prio­ri­sie­ren», erläu­terte der Ber­ner Gross­rat Marc Jost.

Die Charta erlaubt und aner­kennt im Gegen­satz zu vie­len ande­ren Doku­men­ten ihrer Art die Viel­falt der Gemein­schaf­ten – auch inne­rhalb einer Kon­fes­sion. Sie legt damit Wert auf den intra-religiösen und nicht nur den inter­re­li­giö­sen Dia­log. Ein­ziges Kri­te­rium zum Bei­tritt ist die Bereit­schaft, sich zu ihren Leitsät­zen zu verp­flich­ten. Die Charta the­ma­ti­siert auch Macht­fra­gen oder den pro­fes­sio­nel­len Umgang mit Men­schen in Not, etwa in der Seel­sorge sowie den Aspekt der Trans­pa­renz in Füh­rung und Finan­zen.

Poli­tische Pio­nier­leis­tung

«Ich erachte die Charta als eine poli­tische Pio­nier­leis­tung. Sie för­dert einen prag­ma­ti­schen und unver­krampf­ten Umgang mit der Reli­gions­frage in unse­rem Lande», so Reli­gion­sex­perte Mat­thias Inni­ger. «Sie lässt sich dyna­misch und gemein­sam wei­te­rent­wi­ckeln. Diese Charta leis­tet damit einen wich­ti­gen Bei­trag dazu, als Staat und Gesell­schaft sinn­voll mit der heu­ti­gen Reli­gions­di­ver­sität umzu­ge­hen.»

Gemein­sam im Dia­log wei­te­rent­wi­ckeln

Als nächs­ten Schritt will die EVP den heute vor­ge­leg­ten Ent­wurf der Charta einem Verein oder einer noch zu beru­fen­den Exper­ten­gruppe aus Ver­tre­tern und Ver­tre­te­rin­nen unter­schied­li­cher Reli­gio­nen und Reli­gions­ge­mein­schaf­ten über­ge­ben. Diese soll die Charta dis­ku­tie­ren, wei­te­rent­wi­ckeln und künf­tig «hüten» sowie for­tan Reli­gions­ge­mein­schaf­ten in der Schweiz dazu ein­la­den, diese zu unter­schrei­ben.

Zudem wird die EVP die Charta je nach Situa­tion in den Kan­to­nen wo immer möglich und sinn­voll in den reli­gions­po­li­ti­schen Pro­zess eins­pei­sen.
 

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Bild­le­gende: Dr. Mat­thias Inni­ger, Reli­gion­sex­perte; Marianne Streiff, Natio­nalrä­tin und Par­tei­prä­si­den­tin EVP Schweiz; Marc Jost, Gross­rat Kan­ton Bern; Andrea Heger, Kan­tonsrä­tin Basel­land

Kon­takt

Marianne Streiff, Natio­nalrä­tin und Par­tei­prä­si­den­tin: 079 664 74 57
Marc Jost, Gross­rat Kan­ton Bern: 076 206 57 57
Andrea Heger, Kan­tonsrä­tin Basel­land: 079 383 52 44
Roman Rutz, Gene­ral­se­kretär: 078 683 56 05
Dirk Mei­sel, Lei­ter Kom­mu­ni­ka­tion: 079 193 12 70