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EVP will Ressourcen im Kampf gegen Menschenhandel

In einer Motion for­dert EVP-Nationalrätin Marianne Streiff den Bun­des­rat dazu auf, den Kan­to­nen umge­hend finan­zielle Mit­tel für eine effek­tive Straf­ver­fol­gung von Men­schen­han­dels­de­lik­ten zur Verfü­gung zu stel­len.

Die Motion beauf­tragt den Bun­des­rat, den Kan­to­nen umge­hend die finan­ziel­len Mit­tel zur Verfü­gung zu stel­len, damit diese im Rah­men des Natio­na­len Aktions­planes 2017 – 2020 (NAP) die für eine effek­tive Straf­ver­fol­gung von Men­schen­han­del, sexuel­ler Aus­beu­tung und Aus­beu­tung der Arbeits­kraft not­wen­di­gen Res­sour­cen auf­bauen kön­nen.

Laut Aktions­plan braucht es für eine glaubwür­dige Abschre­ckung eine verstärkte Straf­ver­fol­gung, damit Men­schen­han­del und Aus­beu­tung sich nicht mehr loh­nen. Für den Bereich der Straf­ver­fol­gung sind im Rah­men des NAP ins­be­son­dere die Kan­tone zustän­dig.

Die Bekämp­fung von Men­schen­han­del, vor allem die spe­zia­li­sierte Straf­ver­fol­gung ist aller­dings kom­plex und res­sour­ce­nin­ten­siv. Beim Men­schen­han­del han­delt es sich um ein spe­zi­fisches, glo­bales Phä­no­men der struk­tu­rier­ten Kri­mi­na­lität, das in ges­chlos­se­nen Struk­tu­ren im Ver­bor­ge­nen statt­fin­det. Um wir­kung­svoll dage­gen vor­ge­hen zu kön­nen, braucht es ver­tiefte Kennt­nisse von Spe­zia­lis­ten über die Vor­ge­hens­wei­sen von Men­schenhänd­lern. Es bedarf zudem enorm umfan­grei­cher, zeit­lich und per­so­nell sehr aufwän­di­ger Vor- und Struk­tu­rer­mit­tlun­gen, um den für eine Ank­lage genü­gen­den Sach­ve­rhalt zu ermit­teln.

«Gerade Kan­tone mit klei­nen Poli­zei­korps kön­nen die not­wen­di­gen finan­ziel­len und per­so­nel­len Res­sour­cen oft nicht selbst auf­brin­gen», erläu­tert Marianne Streiff. «Um den voll­kom­men inak­zep­ta­blen Men­schen­han­del end­lich wirk­sam bekämp­fen zu kön­nen, braucht es die Unterstüt­zung des Bundes.»

Glo­bal sind 40 Mil­lio­nen Men­schen Opfer von Men­schen­han­del. 49 Prozent davon sind Frauen und 33 Prozent Kin­der. Sexuelle Aus­beu­tung (Pros­ti­tu­tion, Pädo­phi­lie, Por­no­gra­phie, Zwang­shei­rat) und Aus­beu­tung der Arbeits­kraft (Bet­te­lei, Schuldk­necht­schaft, Zwang­sar­beit in Hau­shal­ten etc.) sind die ver­brei­tets­ten For­men dieses Ver­bre­chens (94%). Ein Bericht des EU-Parlaments schätzt die Dun­kel­zif­fer im EU-Raum auf 880 000 Men­schen. Die Schweiz ist Ziel- und Tran­sit­land des Men­schen­han­dels. Die meis­ten Opfer wer­den auch in der Schweiz in der Pros­ti­tu­tion sexuell aus­ge­beu­tet. Hinzu kommt eine, wie Fachleu­ten ver­mu­ten, sehr hohe Dun­kel­zif­fer an Arbeit­saus­beu­tung in Haus­wirt­schaft, Land­wirt­schaft, dem Gast­ge­werbe und der Bau­wirt­schaft.

Für Auskünfte:

Marianne Streiff-Feller, Natio­nalrä­tin und Par­tei­prä­si­den­tin: 079 664 74 57
François Bach­mann, Vize­prä­sident: 079 668 69 46 (Roman­die)
Roman Rutz, Gene­ral­se­kretär: 078 683 56 05
Dirk Mei­sel, Lei­ter Kom­mu­ni­ka­tion: 079 193 12 70